Ein Rückstau im Keller entsteht, wenn das Abwasser aus der Kanalisation in Richtung Gebäude zurückdrückt und aus tiefliegenden Ablauföffnungen austritt. In Düsseldorf ist dieses Problem vor allem in Stadtteilen mit älterem Mischkanalnetz bei Starkregen ein Thema. Mit den richtigen Schutzmaßnahmen lassen sich teure Wasserschäden zuverlässig verhindern.
Wie entsteht ein Rückstau?
Wenn bei starkem Regen der öffentliche Kanal überlastet ist, steigt das Abwasser in den privaten Anschluss zurück. Kellerbäder, Waschmaschinenanschlüsse oder Bodenabläufe, die unterhalb der sogenannten Rückstauebene liegen, sind dann besonders gefährdet. Die Rückstauebene liegt in der Regel auf Höhe der Straßenoberkante.
Schutzmaßnahmen gegen Rückstau
- Rückstauverschluss einbauen: Ein automatischer Rückstauverschluss in der Kellerleitung verhindert, dass Kanalwasser zurückfließt. Er öffnet nur in Ablaufrichtung.
- Rückstauklappe prüfen lassen: Vorhandene Klappen regelmäßig warten, da Schmutz die Dichtwirkung beeinträchtigen kann.
- Hebeanlage installieren: Für dauerhaft genutzte Kellertoiletten oder -duschen ist eine Abwasserhebeanlage die sicherste Lösung - sie pumpt Abwasser über die Rückstauebene.
- Bodenabläufe sichern: Nicht genutzte Abläufe im Keller mit einem Blindstopfen verschließen.
- Kellereinfahrt abdichten: Lichtschächte und Kellereingänge mit Schwellen oder Dichtprofilen schützen.
Was tun bei akutem Rückstau?
Bei einem laufenden Ereignis sofort alle Kellerabläufe mit Stopfen verschließen und keine weiteren Abwassererzeuger wie Waschmaschinen betreiben. Nach dem Ereignis Keller lüften, Schäden dokumentieren und Versicherung informieren. Für die professionelle Reinigung und Desinfektion nach einem Kanalrückstau liegt der Kostenrahmen je nach Ausmaß bei ca. 150 bis 600 Euro, variiert aber stark.
Häufige Fragen
Wer ist für den Rückstauschutz zuständig?
Der Gebäudeeigentümer ist selbst für den Schutz seiner tiefliegenden Anschlüsse verantwortlich. Die Stadt Düsseldorf empfiehlt den Einbau zugelassener Rückstauverschlüsse gemäß DIN EN 13564.
Übernimmt die Versicherung den Schaden?
Viele Hausrat- und Gebäudeversicherungen decken Rückstauschäden nur dann ab, wenn ein funktionsfähiger Rückstauschutz vorhanden war. Den genauen Versicherungsumfang sollten Sie mit Ihrem Anbieter klären.
Wie oft sollte ein Rückstauverschluss gewartet werden?
Fachleute empfehlen eine Wartung mindestens einmal jährlich. In Düsseldorf bieten viele Rohrreinigungsbetriebe entsprechende Wartungsverträge an.