Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem Wasser in Leitungssystemen vermehren können. Bei gesunden Menschen stellen sie oft kein Problem dar, doch für ältere Menschen und Immungeschwächte können sie schwere Lungenentzündungen auslösen. In Düsseldorf gelten wie überall in Deutschland klare gesetzliche Pflichten für Vermieter und Hauseigentümer.
Wie entstehen Legionellen in der Wasserleitung?
Legionellen gedeihen besonders gut bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius. Kritisch sind vor allem:
- Warmwasserleitungen und Boiler, die nicht ausreichend aufgeheizt werden.
- Totwasserstrecken in Leitungen, in denen Wasser steht und sich erwärmt.
- Selten genutzte Zapfstellen wie Gästebäder oder Außenleitungen.
- Verkalkte oder mit Biofilm bedeckte Leitungen, die ideale Brutstätten bilden.
Wann besteht eine Pflicht zur Untersuchung?
Vermieter von Mehrfamilienhäusern mit einer zentralen Trinkwassererwärmungsanlage und mehr als 400 Litern Speichervolumen oder Leitungen mit mehr als 3 Litern Inhalt sind laut Trinkwasserverordnung verpflichtet, regelmäßige Legionellentests durchzuführen. In Düsseldorf müssen diese Untersuchungen akkreditierten Laboren übergeben und das Ergebnis dem Gesundheitsamt gemeldet werden, wenn Grenzwerte überschritten werden.
Was tun bei positivem Befund?
- Das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf informieren (gesetzliche Pflicht).
- Betroffene Zapfstellen sperren und Nutzer informieren.
- Einen zertifizierten Fachbetrieb mit der thermischen oder chemischen Desinfektion beauftragen.
- Ursache der Verkeimung ermitteln und beheben (z. B. Thermostat korrekt einstellen, Totwasserstrecken beseitigen).
- Nach der Maßnahme eine Kontrolluntersuchung veranlassen.
Vorbeugung im Alltag
Warmwasser sollte am Ausgang des Boilers dauerhaft auf mindestens 60 Grad gehalten werden. Selten benutzte Wasserhähne mindestens einmal pro Woche für mehrere Minuten ablaufen lassen, damit kein Stagnationswasser verbleibt.
Häufige Fragen
Wer ist in Düsseldorf für Legionellentests zuständig?
Die Untersuchungspflicht liegt beim Betreiber der Anlage, also dem Vermieter oder Hauseigentümer. Proben müssen von einem akkreditierten Labor analysiert werden. Das Gesundheitsamt Düsseldorf ist Anlaufstelle bei Meldepflicht und Beratung.
Kann ich Legionellen als Mieter selbst prüfen?
Mieter können einen kommerziellen Selbsttest-Kit kaufen, dieser ersetzt aber nicht die behördlich anerkannte Untersuchung durch ein Labor. Bei Verdacht sollten Mieter ihren Vermieter informieren und ggf. das Gesundheitsamt einschalten.
Wie teuer ist die Legionellenprüfung?
Die Kosten variieren stark nach Anlagengröße und Anzahl der Probenahmestellen. Für eine Standarduntersuchung in einem Mehrfamilienhaus sind ca. 200 bis 600 Euro realistisch. Preise bitte immer beim beauftragten Labor erfragen.